"... und den neuen Tag wie ein neues Leben beginnen." – Edith Stein

Aus Polsum inTakt wird Polsum inWatt

News-2026

Das Ruhrgebiet und die Nordsee verbindet eine tiefe Freundschaft. Und manchmal auch ein ganz besonderer Klang. Vom 30. April bis zum 3. Mai war der Chor Polsum inTakt auf Wangerooge zu Gast. Was als Chorfreizeit mit intensiven Proben in der Jugendherberge begann, mündete in einer emotionalen Begegnung in der Kirche St. Willehad. Die Sängerinnen und Sänger aus Polsum präsentierten sich dabei als sympathische Botschafter ihrer Heimat: bodenständig, mit großem Herz und einer Freude am Musizieren, der man sich nicht entziehen will.

Ein „Vater Unser“, das in Erinnerung bleibt
Bereits die Heilige Messe am Samstagabend bot einen ersten Vorgeschmack auf die verbindende Kraft der Musik. Ein besonderer Moment war die Darbietung von „Baba Yetu“. Das Stück, das den Text des Vaterunsers auf Swahili vertont, wurde vom Chor so eindringlich vorgetragen, dass es die Gemeinde tief in der Seele berührt hat.

Nach einer inspirierenden, beeindruckenden Predigt, die den Chormitgliedern noch lange in Erinnerung bleiben wird, füllte sich die Kirche zusehends. Hatten die Messe noch rund 70 Gäste verfolgt, wuchs die Zahl für das anschließende Konzert auf gut 250 Besucher an. St. Willehad war damit bis auf den letzten Platz (und diverse Stehplätze) besetzt. Ein Erfolg, der auch dem persönlichen Einsatz des Chores zu verdanken war: Mit viel Charme hatten die Mitglieder zuvor auf der ganzen Insel Flyer verteilt und die Werbetrommel gerührt.

Bewegendes Gedenken und pure Lebensfreude
Das „Best-of“-Programm der letzten sechs Jahre bot eine Achterbahn der Gefühle. In der bunt besetzten Kirche wurde gelacht, getanzt und mitgesungen. Ein zutiefst bewegender Moment war die Widmung des Liedes „Vom Flügel eines Engels berührt“. Der Chor sang dieses Stück spontan im Gedenken an den kürzlich viel zu früh verstorbenen, sehr geschätzten Inselarzt. Diese Geste berührte die Insulaner tief und zeigte die Empathie der Gruppe.

Starke Bilanz für den guten Zweck
Die Stimmung war so ausgelassen, dass die kühle Nordseeluft draußen schnell vergessen war. Am Ende des Abends blickte man in über 300 strahlende Gesichter von Gästen und Aktiven. Auch das Spendenergebnis kann sich sehen lassen: Die Besucher gaben stolze 850 Euro für ein Ukraine-Hilfsprojekt der Gemeinde St. Willehad.

Polsum Intakt hat bewiesen, dass man keine großen Bühnen braucht, um Großes zu bewirken - ehrliche Freude am Singen und ein Quäntchen Revier-Charme reichen aus, um eine ganze Insel zu begeistern.

Inselpfarrer Egbert Schlotmann dazu friesisch knapp: „Jo."