"... und den neuen Tag wie ein neues Leben beginnen." – Edith Stein

Starke Frauen aus der Ukraine setzen Zeichen

News-2026 Beatrix Ries

Das Nähatelier „Alles aus Liebe“ im Gemeindezentrum St. Heinrich der Pfarrei Heilige Edith Stein

Alles begann mit Gesprächen im „Cafe Welcome“, einem ökumenischen Integrationscafé, das seit 2014 immer donnerstags von 17.00-18.00 Uhr im Café Leuchtturm in der Dreifaltigkeitskirche angeboten wird. Dort treffen sich auch Menschen aus der Ukraine zum Austausch und um die deutsche Sprache zu lernen.
Natalija, eine Zahntechnikerin, erzählte dort von ukrainischen Frauen, die sich stark in der Hilfe für ihre Leute in der Heimat einsetzen – humanitäre Hilfe (Kleider- und Sachspenden für Seniorenheime, Krankenhäuser, Wohnstätten für Behinderte), finanzielle Hilfe durch Spenden sammeln (benötigte Transporter für Güter an der Front; Umbau von Fahrzeugen zu Krankenwagen für die Front). Dabei berichtete sie auch von Frauen, verteilt in NRW, die aus Bettwäsche Krankenhauskleidung für Kriegsverletzte in der Ukraine nähen.
Daraus entwickelte sich das Projekt „Alles_aus_Liebe“ - das Nähatelier im ehemaligen Pfarrbüro von St. Heinrich der Pfarrei Hl. Edith Stein, an der Drewerstraße. Auf die Anfrage aus dem Team „Café Welcome“ reagierte die Pfarreileitung rund um Pfr. Marius Mirt unkompliziert und sagte die Nutzung des Raumes zu.
Neben Standorten in Köln, Witten und Essen nähen dort Frauen aus gebrauchter und teils neuer Bettwäsche einfache Kleidung für verletzte Soldat:innen an der Kriegsfront in der Ukraine – mit ungewohnten Verschlusstechniken, die die persönliche Handhabung der Verletzten möglich machen, ihre Würde stärken. Jedes noch so kleine Stoffteil wird verwertet – auch als OP-Tuch. Die Organistaion der Abläufe von Material sammeln, zum Atelier bringen, zuschneiden, nähen bis hin zum Verpacken für die Transporte in die Ukraine läuft eingespielt unter diesen Frauen.

Mit einer kleinen Feier wurde dieses Juwelprojekt jetzt offiziell im Gemeindezentrum „St. Heinrich“ eröffnet. Dabei erzählten die Frauen, wohnhaft in Marl und darüber hinaus, warum sie das tun. „Ich kann nicht den ganzen Tag weinen!“, „Ich wohne schon lange hier in Recklinghausen. Ich hätte nie gedacht, dass ich Krieg hautnah erleben muss!“ „Mein Mann ist Soldat in der Heimat. Ich muss etwas Sinnvolles tun, um zu unterstützen!“ „Ich kann nicht stillsitzen, warten und nichts tun! Ich muss etwas tun, helfen aus der Ferne!“
Alle haben natürlich Familie und Freunde in der Ukraine. Es sind beeindruckende starke Frauen mit Eltern und Kindern hier, teils berufstätig als Apothekerinnen, Ärztinnen, Verwaltungsfachkräfte....

Die Gespräche untereinander und mit uns im Team sind belastend, aber die Alternative „Nichts tun!“ gibt es nicht! Eine starke Hilfsgemeinschaft hier bei uns vor Ort! „Alles_aus_Liebe!“ - eine Antwort auf die Greuel des Krieges, der seit 2022 Verliebte, Ehepaare, Eltern, Familien auseinandereißt.