"... und den neuen Tag wie ein neues Leben beginnen." – Edith Stein

Dialog

unter den christlichen Konfessionen und im weiteren Sinne als Dialog unter den Religionen

 

Viele von uns sehen beim Wort „Dialog“ im religiösen Sinn zunächst die Ökumene. Heute wird der Begriff in erster Linie durch die Entwicklung und das Selbstverständnis der Ökumenischen Bewegung bestimmt. Ihr geht es vor allem um drei Dinge:
• die weltweite Einheit der Christen,
• den universalen Dienst der Christen an der Welt und
• das Bemühen der Christenheit um die Einheit der Menschheit. (www.dbk.de)

Besonders hier im Ruhrgebiet treffen wir auf verschiedene Gotteshäuser, in denen sich religiöse Menschen zum Gottesdienst und Gebet zusammenfinden – Kirchen, Moscheen, Synagogen, Gemeindezentren. Aus diesem Grund haben sich schon in den 1980er Jahren hier in Marl zum Interreligiösen Dialog zwischen Muslim*innen und Christ*innen getroffen. Daraus wuchs mit den Jahren eine starke Gemeinschaft unter den Angehörigen des Judentums, Christentums und des Islam für den interreligiösen Dialog. Interreligiöser Dialog und Dialog der Religionen sind Bezeichnungen für einen gleichberechtigten, respektvollen und kritischen Meinungsaustausch. Er umfasst die Begegnung und die Zusammenarbeit in Alltag und Theologie zwischen Vertretern und Angehörigen verschiedener Religionen. (www.wikipedia.de)

 

1. Ökumene

a) Im Bereich der Ökumene zwischen der evangelischen Stadt Kirchengemeinde (esm) und unserer Pfarrei Hl. Edith Stein engagieren sich hauptamtliche und ehrenamtliche Christ*innen schon lange. Zunächst im Pfarrheim St. Michael, danach im ev. Jugendzentrum Boje, öffnen sich seit dem 30.04.2015 die Türen zum „Café Welcome“ in der ev. Dreifaltigkeitskirche an der Brassertstraße 40-42 an jedem Donnerstag von 17.00-18.00 Uhr. Dass die Menschen nicht nur kommen, um sich mit anderen zu treffen und gemeinsam einen Kaffee oder Tee zu trinken, sondern auch mit der Erwartung auf konkrete Hilfe, überrascht-e das Team nicht. Hilfe bei aufenthaltsrechtlichen Fragen, beim Ausfüllen von Anträgen, bei der Suche einer Wohnung, eines Arbeitsplatzes, in der Begleitung zu Behörden und Ärzt*innen, beim Beschaffen von Möbeln, Kleidung und Haushaltswaren, sowie Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache, dem Umgang mit dem Kita-Navigator oder dem Kontakt zu einer Schule werden immer wieder angefragt. Das Team hilft, wo es kann, nach den eigenen Neigungen und Talenten. Dorthin können Menschen aus allen Kulturen kommen, wenn sie Beratung in unterschiedlichen Lebenslagen benötigen. Benötigen – das hat etwas mit Not zu tun. Und Not ist immer präsent!
Im Café Welcome treffen sich mittlerweile regelmäßig Flüchtlinge, um die deutsche Sprache zu trainieren. Auch in der Familienbibliothek „Türmchen“ besteht durch das Team ein solches Angebot mit Kinderbetreuung.
Wer Gegenstände aus der Haushaltskammer im Michaelhaus an St. Georg braucht, die/ der kann sich genauso donnerstags zwischen 17.00 und 18.00 Uhr im Café Welcome melden, wie Familien, die Kinderkleidung nötig haben. Dieses große Angebot wurde 2016 nach einem Antrag an den Kirchenvorstand unserer Pfarrei möglich. Somit hat auch diese wertvolle Arbeit für Menschen in Not ihren festen Ort gefunden. Aus unserer Pfarrei ist Reinhild Farges für die Kinder- und Haushaltskammer die Ansprechperson, für die Beratung im Café Welcome Beatrix Ries. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Marl sind nach einer Pause wieder Vorträge und Fragestunden zu wichtigen Themen das Alltags in Vorbereitung: Kranken-und Pflegeversicherung, Haftpflichtversicherung, Hausrat-Versicherung …, um das Leben sicherer zu machen.

b) Ökumenisch gestaltet wird immer im Januar während der ev. Allianzwoche ein „Taizégebet“ in der Kirche „St. Josef“. Inhaltlich, sowie musikalisch gestalten diese spirituelle Zeit Christ*innen der Friedenskirche (ev. freikirchliche Gemeinde, Bergstraße 138) und unserer Pfarrei Hl. Edith Stein. Interessierte an diesem Format können sich gerne in den Pfarrbüros melden.

c) Der Gottesdienst im Marler Stern hat schon Tradition. Vorbereitet wird er immer von der ev. Stadt Kirchengemeinde, der ev.freikirchl. Friedenskirche und unserer Pfarrei Hl. Edith Stein. Der Valentinstag und der Buß- und Bettag sind zwei Zeiten, an denen auch zum Gottesdienst im Marler Stern eingeladen wird. Interessierte an diesem Format können sich gerne in den Pfarrbüros melden.

d) Ein weiteres gutes Zeichen der Ökumene ist auch der „Ökumenische Gottesdienst mit sich anschließendem gemeinsamen Essen“, gemeinsam mit der Friedenskirche. Der Gottesdienst findet in diesem Jahr in unserer Kirche „St. Josef“ statt und zum Mittagessen gehen wir über die Bergstraße rüber ins Gemeindezentrum der Friedenskirche.

e) Ökumenische Bibelgruppe für Frauen: Seit vielen Jahren treffen sich Frauen aus den Gemeinden des ev. Bezirk Mitte (Auferstehungskirche) und aus der kath. Gemeinde St. Heinrich zum ökumenischen Austausch über Texte der Bibel. An jedem 4. Dienstag im Monat um 18:00 Uhr ist der Treffpunkt im Gemeindezentrum an der Auferstehungskirche. Der Bibeltext des Abends entspricht jeweils der Leseordnung der evangelischen oder katholischen Kirche vom darauffolgenden Sonntag. Die Gespräche miteinander tun allen immer wieder gut, da sie kein theologisches Vorwissen voraussetzen, sondern konkrete Impulse für den Lebensalltag beinhalten.

f) In jedem Jahr begehen die christlichen Frauen weltweit den gemeinsamen „ Ökumenischen Weltgebetstag der Frauen“. Immer am 1. Freitag im März wird er gefeiert und bringt Frauen aus verschiedenen Kirchen und Kulturen zusammen, um für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität zu beten. In unserer Pfarrei treffen sich interessierte Frauen an verschiedenen Kirchen. Interessierte an diesem Format können sich gerne in den Pfarrbüros melden.

g) Auf das Miteinander von Kulturen und Konfessionen treffen wir aber auch in musikalischen Angeboten unserer Pfarrei. Sei es in Chören, sei es in Orchestern – Musik verbindet und kennt keine Grenzen! Angebote können auch in den Pfarrbüros erfragt werden!

 

2. Interreligiöser und interkultureller Dialog

Nachdem die christlich-islamisch-jüdische Arbeitsgemeinschaft (CIJAG Marl) sich viele Jahre erfolgreich und in Deutschland bekannt um den interreligiösen und interkulturellen Dialog verdient gemacht hatte, löste sie sich leider im Winter 2023/24 auf. Der Auslöser war das furchtbare Massaker der palästinensischen Hamas am 7.Oktober 2023 auf unschuldige Menschen in Israel und die danach folgende Reaktion der israelischen Regierung auf die Bevölkerung in Gaza und des Westjordanlandes in Palästina. Der Schock über das unfassbare Leid aller Menschen im Nahen Osten überflutete das friedliche Miteinander in der Christlich-islamisch-jüdischen Arbeitsgemeinschaft. Das bekannte Abrahamsfest, das zum 23. Mal durchgeführt werden sollte, wurde abgebrochen, wie auch die Treffen der 3 Religionen. Worte fehlten! Aufeinanderzugehen wurde schwer. Und doch gehen Menschen der unterschiedlichen Religionen auf einander zu, z.B. während der muslimischen Fastenzeit, dem Ramadan, bei Einladungen zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Angedacht sind Einladungen der Christ*innen in der Adventszeit.
Im Jahr 2024/2025 haben sich erneut Menschen zusammengefunden, die auch künftig daran arbeiten wollen, Gruppierungen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Traditionen einander bekannt zu machen, voneinander zu lernen und zu gestalten. Auf diese Weise kann sich gemeinsam ein friedliches Zusammenleben in der Stadt Marl weiter entwickeln, die Verständigung und Kommunikation untereinander gefördert und gestärkt werden.
Auf dieser Basis hat sich jetzt das Dialog Forum Marl gegründet. Die künftigen Veranstaltungen und Angebote und auch Kooperationen des Forums sind offen – wie auf einem Marktplatz – für alle Interessierten!

 

Der Verein, der sich zur Unterstützung dieses Forums gegründet hat DIALOG FORUM MARL e.V., ist als gemeinnütziger Verein anerkannt und freut sich über weitere Mitglieder, die diese Arbeit begleiten möchten.
Ansprechpartner*innen sind die Vorstandsvorsitzenden:
Roland Wanke (ev. Stadt-Kirchengemeinde) – Mail: roland.wanke@ekvw.de
Beyza Köse (Muslimin) – Mail: koese.beyza@web.de
Beatrix Ries (kath. Pfarrei Heilige Edith Stein) – beatrix.ries@posteo.de

Um Religionen von Kindheit an zu erklären, dazu haben Engagierte aus den 3 genannten Religionen vor vielen Jahren das „Abrahamshaus“ (ciag-marl.de/abraham-haus/) entwickelt und eingerichtet. Nachdem es viele Jahre seinen Wohnsitz im Kolpinghaus an der Karl-Liebknecht-Straße 10 hatte, ist es jetzt ein Angebot für alle Generationen im Gemeindehaus der Kulturen, Römerstraße 61 in Marl. Interessierte können sich gerne für einen Besuch bei Tobias Citrich (Diakonie) melden: t.citrich@diakonie-kreis-re.de

Hinweisen möchten wir auch auf die Angebote und Veranstaltungen im
Garten der Religionen Recklinghausen Ort der Begegnung und des Dialogs
Friedrich-Ebert-Straße 231
45659 Recklinghausen-Stuckenbusch
www.garten-der-religionen-recklinghausen.de

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